Mögliche Nebenwirkungen einer Chemotherapie

 

Übelkeit/Erbrechen

Vor der Infusion erhalten sie vorbeugend Medikamente gespritzt, die Übelkeit und Erbrechen verhindern sollen. Für zu Hause erhalten sie Tabletten, Tropfen oder Zäpfchen, die sie bei Bedarf oder nach Plan einnehmen können. Oft tritt die Übelkeit erst Stunden oder Tage nach der Infusionsbehandlung auf, manchmal aber auch gar nicht.

Allerdings sind nicht immer diese Beschwerden Nebenwirkungen der Chemotherapie, sondern manchmal krankheitsbedingt oder durch große (Erwartungs-) Ängste ausgelöst.

Schleimhautentzündung

Es kann zu unangenehmen Entzündungen der Mundschleimhaut, der Speiseröhre, des Magens und der Darmschleimhaut kommen. Gegen diese Nebenwirkungen gibt es wirksame Medikamente, die vorbeugend oder behandelnd gegeben werden können, z.B. Kamillenlösung zum Mundspülen.

Eine sanfte und mehrmals täglich durchgeführte Mundpflege und das Vermeiden von scharf-sauren Lebensmitteln verhindern meist eine Entzündung der Mundschleimhaut.

Bei der Darmbeteiligung kann es auch zu Durchfällen, aber auch zu Verstopfung kommen. Auch kann es während der Therapie zu tränenden Augen kommen.

Haarausfall

Haarausfall tritt meistens nur bei ganz bestimmten Zytostatika auf, so können die behandelnden Ärzte diese Nebenwirkung relativ sicher ausschließen oder vorhersagen. Wenn diese Nebenwirkung bei ihnen auftritt, lässt sich das leider nicht durch Medikamente oder Verhaltensregeln vermeiden, sodass sie sich im Vorfeld Gedanken machen müssen, wie sie die haarlose Zeit überbrücken werden.

Männliche Patienten lassen sich oft direkt die Haare rasieren und gewöhnen sich und ihre Umwelt an die „Glatze“. Ansonsten sollte Mann oder Frau sich eine schöne Perücke zulegen (gibt es als Kunsthaarperücken auf Rezept und sind heutzutage von Außenstehenden nicht als Perücke zu erkennen!), Kappen oder pfiffige Hüte kaufen, Turban und Tücher um den Kopf binden - je nach Alter, Geschlecht und Geschmack.

Die Haarwurzelzellen werden nur vorübergehend geschädigt, nach der Therapie wachsen Haare wieder nach, oft schöner und kräftiger als vor der Therapie!

Blutbildveränderungen

Im Knochenmark werden täglich Blutkörperchen und Blutplättchen gebildet. Durch die Chemotherapie kann diese Blutbildung vorübergehend gehemmt werden. Daher sind regelmäßige Blutbildkontrollen vor, während und nach der Therapie so wichtig. Dabei geht es hauptsächlich um drei Bestandteile des Blutes, die weit unter den Normalwert sinken können:

 
  • Leukozyten: Das sind die weißen Blutkörperchen, die für die Infektabwehr wichtig sind. Auswirkungen bei zu niedrigen Leukozyten: Infektionsgefahr!
  • Thrombozyten: Das sind die Blutplättchen, die für die Blutgerinnung wichtig sind. Auswirkungen bei zu niedrigen Thrombpzyten: Blutungsgefahr!
  • Hämoglobin (HGB oder HB Wert): Das sind die roten Blutkörperchen bzw. roter Blutfarbstoff, der für den Sauerstofftransport zu den Zellen notwendig ist. Auswirkungen bei zu niedrigem HB-Wert: Blässe, Schwäche, Kurzatmigkeit!


Wenn einer dieser drei Werte weit unter dem Norm Bereich liegt, kann es passieren, dass ein geplanter Therapiezyklus um 1 bis 2 Wochen verschoben werden muss, damit der Körper mehr Zeit hat, sich zu erho len. Das ist nicht besorgniserregend und hat auch kei nen Einfluss auf die Gesamtwirkung der Therapie.

Manchmal ist es auch notwendig, die Blutbildung durch Medikamente zu unterstützen oder dem Körper durch Gabe von Transfusionen auf "die Sprünge" zu helfen.

Nervenstörungen

Hier sind nicht psychische Veränderungen gemeint, sondern Einwirkungen auf die Nervenbahnen. Sie äußern sich oft durch Taubheitsgefühle, Kribbeln oder Pelzigkeit meist beginnend an den Fingerspit zen. Manchmal kommt es auch zu Muskelschwäche an den Gliedmaßen.

Verändertes Geschmacks- und Geruchsempfinden

Manche Patienten reagieren mit veränderten Ge schmacks- und Geruchsempfindungen, die ihrerseits Appetitlosigkeit begünstigen. Einige empfinden alle Speisen als fade, andere schmecken alles salzig oder metallisch. Viele reagieren auf den Geruch von gebratenem Fleisch oder Fett mit Ablehnung und Übelkeit.

Generell gilt: essen Sie alles, auf das Sie Appetit ha ben. Meiden Sie Speisen, bei denen Sie schon Ableh nung spüren, auch wenn Sie vor der Therapie gerne gegessen haben. Meiden Sie scharfbrennend gewürzte Speisen; wenn Sie alles salzig schmecken, salzen Sie nicht und meiden Sie gepökelte, salzige Speisen und Brühen. Wenn Sie alles fade schmecken, würzen Sie kräftiger oder benutzen aromatische Kräuter. Zwingen Sie sich nicht zu essen, aber versuchen Sie, auch bei Übelkeit genügend zu trinken!

Wenn Sie sich vor allen Speisen ekeln und sich vorübergehend nicht mehr ausreichend ernähren können, dann gibt es die Möglichkeit, sogenannte Trinknahrung zu verschreiben oder auch Ernährungsinfusion zu geben. Sprechen Sie die Ärzte darauf an!

Allergien

Allergische Reaktionen können bei jedem Medi kament auftreten, so auch bei der Chemotherapie. Bei plötzlich auftretenden Reaktionen während der Infusion wie Juckreiz, Ausschlag, Hitze- oder Kältegefühl informieren Sie die zuständigen Mitarbeiter. Sie erhal ten Medikamente, die Ihrem Körper helfen werden.Bei später auftretenden Reaktionen wie z.B. Haut ausschlag informieren Sie uns und kommen in die Praxis.

Organfunktionsstörungen

Auch können verschiedene Organfunktionsstörungen abhängig von ihrer Therapiekombination auftreten:

 
  • Lungenstörungen daher regelmäßige Lungenfunktionsprüfungen
  • Niere - daher regelmäßige Blutentnahmen, Urin- und Gewichtskontrollen
 


Wichtiger Hinweis:

Einige Krankheitszustände und Medikamente können Ihre Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen. Bitte erkundigen Sie sich bei den Ärzten ob es in Ihrem Falle geboten ist, zeitweilig auf das Führen von Fahrzeugen zu verzichten. Unter der Therapie haben Sie Anspruch auf kostenfreie Beförderung durch ein Taxi (zuzüglich Zuzahlung wenn sie noch nicht befreit sind).



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